15. Oktober 2005
Meisterschaft 3. Liga


Menzo Reinach - Gränichen 0:2

Menzo Reinach - Gränichen:
Am Ende war es eine relativ klare Angelegenheit


Ein Gebiet, zwei Mannschaften und am vergangenen Samstagabend ging es einmal mehr darum, wer die Nummer 1 im Wynental ist; und zwar nicht in der Tabelle, sondern auf dem Platz. Natürlich war das Gerede um diese Partie nicht so gross, wie wenn zum Beispiel der FCZ gegen GC gespielt hätte. Aber, ein Derby ist nun mal ein Derby und es hat seine eigenen Gesetze, wie der Aargauer Cup. Und im Pokal sind die Gränicher bekanntlich eine Macht. Bisher auf alle Fälle, was ein gutes Omen war, für das Spiel gegen Menzo Reinach.


Wer macht mehr aus einem Selbstvertrauen?
Neben den Gränichern haben ebenso die Reinacher Selbstvertrauen getankt. Sie durften unter der Woche, im Nachholspiel, den Einzug in den ¼-Final des Aargauer Cups feiern. Eine bessere Ausgangslage könnte dieses Derby kaum haben. Zwei bis hinter die Ohrenspitzen motivierte Mannschaften, die beide unbedingt gewinnen und sich die Vorherrschaft des Wynentals sichern wollten.
Die Gränicher vermochten nach einer ruhigen Startphase ihr Selbstvertrauen besser auszuschöpfen als ihr Gegner. Nach einem Fehler der in Reinacher Abwehr stand Trost alleine vor Kaspar. Der junge Gränicher war davon aber so überrascht, dass er den Ball direkt an den Torhüter schoss, anstatt ihn in eine Ecke zu schieben. Nur drei Minuten später genoss Scicchitano ähnliche Freiheiten. Völlig ungedeckt stand er am hinteren Torpfosten. Der Stürmer setzte die Direktabnahme, nach der Flanke von Müller, allerdings neben das Tor. In der 19. Minute das erste Lebenszeichen des Heimteams, das bis zu diesem Zeitpunkt viel zu ideenlos und zum Teil zu eigensinnig spielte. Josipovic bediente Ceko mit einer flachen Hereingabe von links. Dieser konnte sich im Strafraum drehen und kam zum Abschluss. Der Ball kullerte auf das Tor von Gränichen und prallte am Ende vom Pfosten zurück ins Spiel. Die Gäste liessen sich durch diese Aktion nicht beirren und kamen ihrerseits zu einer weiteren Chance. Scicchitano konnte in der 21. Minute alleine auf Kaspar losziehen. Doch auch er zog es vor, zu schiessen und nicht zu schieben. Somit war selbst diese Gelegenheit vertan. Danach passierte gut 20 Minuten nichts mehr. Erst kurz vor Ende der ersten Halbzeit die nächste Grosschance für die Gränicher. Wieder war es Scicchitano, der alleine vor dem gegnerischen Torhüter auftauchen konnte, nachdem eine Rückgabe eines Reinachers zu kurz geraten war. Dieses Mal schob der Gränicher das runde Leder. Dies jedoch genau in die Arme von Kaspar und nicht in eine Ecke.

Doppelschlag innerhalb von drei Minuten
Nach Wideranpfiff war zu erwarten, dass Menzo Reinach wie die Feuerwehr loslegen würde, denn in der ersten Halbzeit blieben die Gastgeber den Zuschauern einiges schuldig. Es waren aber nicht die Oberwynentaler die furios in die zweiten 45 Minuten starteten, sondern die Mannen vom Trainerduo Wüst/Wüst. In der 47. Minute konnte Kaspar ein Schuss von Stauffer noch festhalten. Zwei Minuten später blieb dem Reinacher Torhüter aber nichts anderes mehr übrig, als den Ball aus dem Netz zu holen. Scicchitano markierte endlich (!) das 1:0 für die Gränicher. Er brauchte nur noch einzuschieben, nachdem ihn Müller von rechts mustergültig angespielt hatte. Damit noch nicht genug. Drei Minuten später, in der 52. Minute, ersprintete sich Holliger, auf der linken Seite, mit letztem Einsatz einen Ball. Ein kurzer Blick in die Mitte und eine massgenaue Flanke des Flügelläufers genügten, um den starken Karkhaneh anzuspielen, der mit einem wunderschönen Kopfball in die rechte obere Ecke das 2:0 erzielte.
Die Unterwynentaler haben die Pausenansprache von Marco Wüst beinahe perfekt umgesetzt. Der Trainer meinte zu seinen Spielern, dass sie noch eine Schippe drauflegen sollten, im Vergleich zur ersten Halbzeit. Die Chancen wären schon vorhanden, einfach die Tore fehlten. Und jetzt hätten sie nochmals 45 Minuten Zeit, das Spiel positiv zu gestalten. Und positiv sah es derzeit für die Gränicher auf alle Fälle aus, auch wenn sie zu diesem Zeitpunkt schon viel höher hätten führen müssen. Doch für einmal war es nicht schlimm, dass bisher nur zwei Tore fielen. Zum einen dauerte das Spiel noch knapp 40 Minuten und zum anderen mussten sich die Gränicher augenblicklich vor den Reinachern nicht in Acht nehmen, da diese bislang nicht im Stand waren, die Gäste richtig unter Druck zu setzen.
In der Folge waren es die Gränicher, die sich noch mehr Chancen herausspielten. In der 56.Minute scheiterte Trost mit seinem Schuss am Menzo Keeper. Nach etwas mehr als einer Stunde lancierte Karkhaneh Scicchitano mit einem Steilpass. Kaspar spekulierte indessen richtig und konnte den Schuss des Gränichers entschärfen. Und nur wenige Minuten später tanzte Müller auf der rechten Seite den letzten Verteidiger aus. Sein Schuss landete aber im Aussennetz.
Nun folgten wieder 20 mehr oder weniger ereignislose Minuten. Die Gränicher konnten sich diese Auszeit mit ihrem Zwei-Tore-Vorsprung erlauben. Aber, von den Reinachern hätten viele mehr erwartet. Gut, zu ihrer Verteidigung ist zu sagen, dass einige (Stamm-)Spieler fehlten. Doch kämpfen und versuchen, alles zu geben können auch die Spieler, die auf dem Platz stehen. Vor allem in einem Derby, in dem die Motivation meistens noch grösser ist, als in einem "normalen" Spiel. Doch an diesem Abend passte bei Menzo nicht viel zusammen. So war es fast symbolisch, dass Sladoje, in der 85. Minute, die einzige nennenswerte Chance der Reinacher, in der zweiten Halbzeit, kläglich vergab. Er kam vor dem Gränicher Tor völlig frei zum Kopfball. Dieser flog aber gut und gerne fünf Meter über das Tor.

Aufwärtstrend hält an
Am Ende konnten die Unterwynentaler jubeln. Und wie sich später herausstellte hatten sie gleich dreifachen Grund dazu. Erstens gewannen sie das Wynentaler-Derby und dazu die Vorherrschaft des Wynentals. Zweitens konnten sie die rote Laterne an Schöftland abgeben und drittens liegen sie nach dem heutigen Spieltag endlich wieder einmal über dem Strich. Die Gränicher haben bewiesen, dass es mit ihnen aufwärts geht - sie erinnern sich an die Spielerei am Ende des letzten Berichts?
Die Leistung gegen Menzo hat im Grossen und Ganzen gestimmt. Einfach an der Chancenauswertung muss gearbeitet werden, denn wenn der nächste Gegner, Entfelden, geschlagen werden will, müssen die Gränicher ihre Chancen verwerten, weil gegen den Leader werden sie wohl nicht mehr so viele gute Torchancen erhalten, wie heute.

Menzo Reinach - FC Gränichen 0:2 (0:0)
Ort Sportplatz Fluckmatt, Menziken
Schiedsrichter Hasnas Zdravko, Suhr
Zuschauer 60
Tore 49. Min. 0:1 Scicchitano
52. Min. 0:2 Karkhaneh

FC Menzo Reinach 1
Kaspar / Josipovic / Hasanramaj / Del Prestito / Oezoglu (26. Mulaj F.) / Alpsoy (46. Ersoy)/ Tunaj D. / Tunaj R. / Ceko / Vila / Sladoje

FC Gränichen 1
Fischer / Caamano / Steiner F. / Roth Ph. / Füchslin / Stauffer / Müller (77. Köbeli) / Trost / Holliger / Karkhaneh (89. Lanz) / Scicchitano (68. Hurter)

Bemerkungen
FC Menzo Reinach 1 ohne Göltepe, Sahin, Pavleski, Varela (alle verletzt), Mulaj E. (gesperrt), Kurtulan (Militär), Bitterli (ET, nicht eingesetzt)
FC Gränichen ohne Rompietti, Steiner M., Schellenberg (alle verletzt), Iannotti (rekonvaleszent), Frey (2.Mannschaft), Roth B. (Urlaub), Cois, Klingelfuss (ET) und Wüst (alle nicht eingesetzt)

Gelbe Karten: 7. Min. Vila (Foulspiel), 43. Min. Müller (Foulspiel)




Leider daneben